Tag 22

Kinder sind nicht immer einfach, diesen Spruch hat bestimmt jeder schonmal gehört. Wie man sich freiwillig als Zahnarzt auf Kinder spezialisieren kann wird für mich wohl immer ein Mysterium bleiben. 90% der Arbeitszeit geht durch Reden und Überzeugung verloren, dies ist meist anstrengender als das eigentliche Arbeiten. Irgendwann ist man der Meinung, dass man das Kind soweit hat, man möchte weiterbehandeln aber auf einmal ertönt wieder ein lautes Geschrei, welches vermuten lässt, dass wir gerade Kannibalismus betreiben. Nach mehreren Pausen und Versuchen gelingt es Sister Sunya schließlich die Behandlung abzuschließen. Das war definitiv die bisher anstrengendste in Bungoma.
Für nächstes Wochenende ist ein Besuch inklusive Übernachtung im Kakamega Forest geplant, den Sonnenaufgang im letzten Stück Regenwald von Kenia genießen. Dafür müssen wir uns noch M-Pesa einrichten, ein Bezahlsystem, welches über die Mobilfunknummer funktioniert. Egal wie weit man auf dem Land ist, egal wie wenig Läden es gibt, egal wie einsam man ist, man findet immer einen SIM Karten Verkauf. Und damit auch eine M-Pesa Aufladestation. Bezahlen kann man damit (außer an den Marktständen) eigentlich überall. In Deutschland würde so etwas sicher als viel zu unsicher gelten. Praktisch ist es dennoch, man braucht nur noch sein Handy mitzuführen.
Das Bild zeigt das Haus, in welchem wir momentan zusammen mit den Sistern wohnen.

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