Tag 20

Heute steht ein weiterer mobiler Einsatz auf dem Tagesplan. Während der morgendlichen Begrüßung im Krankenhaus wurden wir den Mitarbeitern dort vorgestellt, danach ging es in die Dental Unit. Ivan packte diverse Arbeitsmaterialien für uns ein. Wir wussten nicht, dass sich noch keiner darum gekümmert hat, andernfalls hätten wir dies ja schon Samstag packen können. Nun ja, wir warteten sowieso noch auf ein paar Nachzügler. Mit einem Krankenwagen und einem Bus ging es dann nach Norden in die Nähe der Grenze nach Uganda, nach Sirisia. Dort befindet sich ein Klinikgelände, allerdings fehlen wie sooft viele Abteilungen und Ärzte. Wir kamen mit vielen Klinikern, neben unserer Dentalstation gab es noch Tische für Sehtests, Blutdrucktests, Malaria Schnelltest und verschiedene Beratungsstellen. Nachdem alles aufgebaut war hatten sich etwa 50 Leute eingefunden (später kamen noch Nachzügler hinzu). Da viele nur wegen einer bestimmten Beschwerde angereist sind hatten wir gar nicht so viele Patienten. Trotzdem gab es natürlich wieder einiges zu extrahieren, besonders knifflig sind die Wurzelreste. Es gab auch einen verlagerten 8er, in Deutschland wäre der Knochen weggefräst worden. Wir haben hier nur Zangen und Hebel. Zum Schluss gab‘s noch Zahnpasta und ein paar Paracetamol.
Am Nachmittag hatten wir nichtmehr allzu viel zu tun, die meisten Patienten warteten noch auf den Sehtest. Es gab also noch etwas Zeit die herumstreunenden Kinder zu beschäftigen. Auch wenn sie sehr vorsichtig und schüchtern reagierten, Zähneputzen (am Modell) konnten sie. Natürlich gab es auch Zahnpasta worüber sie sich sehr gefreut haben. Dann ging es auch schon los, mit dem übervollen Bus eine Stunde zurück nach Bungoma. Kurz nach der Abfahrt fing es höllisch an zu regnen, daraus entwickelte sich ein ordentliches Tropengewitter. Mittlerweile hat sich das wieder beruhigt, zum Abendessen gab es silver fish mit den üblichen Beilagen. Man kann sich diese als so kleine Sardellen vorstellen, allerdings waren diese inklusive Kopf gekocht worden. Nichts für meine europäischen Augen. Das ganze hat einen sehr starken Fischgeschmack gehabt, kann man mal machen, brauch ich aber jetzt nicht unbedingt nochmal. Danach gabs noch Wassermelone, diese schmeckt anders als in Deutschland, genau wie die lokale Fanta. Und bei den Einkaufspreisen lohnt sich das Importieren schon fast.

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