Tag 11+12

Es gab wieder ein reichhaltiges Frühstück, danach wurden wir auch schon in Richtung Klinik kutschiert. Die Fahrten hier sind immer wieder aufs Neue spannend, diesmal sind wir Wege runtergefahren, auf denen hätte ich selbst mit dem Mountainbike ein paar Probleme gehabt. Franks Meinung dazu „It’s a normal street in Kenya.“, der Fahrer muss es ja schließlich wissen.
Im Krankenhaus haben wir abwechselnd Patienten behandelt und konnten uns anschauen, wie unsere Kollegen arbeiten. Die 2 Mädels hatten natürlich direkt wieder einen krassen Fall mit Molaren Inzisiven Hypomineralisation, das heißt, das Kind hatte an manchen Zähnen gar keinen Zahnschmelz. Ansonsten gab es natürlich wieder allerlei Extraktionen. Mittags ging es zurück und nach dem Mittagessen folgten die 3 letzten Präsentationen. Anschließend eine Feedbackrunde für Verbesserungsvorschläge.
Nach dem Abendessen bin ich mit Vincent und zwei anderen in die Stadt gegangen, wir haben ein paar Süßigkeiten und etwas zu trinken für den Abend besorgt. Wir sind bestimmt 20 Minuten gelaufen und waren froh, dass wir in nur 2 kleinen Straßenläden alles bekommen hatten, was wir wollten. Nach gefühlter 10-minütiger Preisverhandlung versteht sich. Felix meinte, wir sollten doch ein PikiPiki nehmen, da keiner von uns wirklich Lust auf den Rückweg hatte. Alles klar, 50 Meter zur Hauptstraße, 2-mal laut gepfiffen und gewunken, schon stand ein Mopedfahrer neben uns. Kurze Verhandlung über den Preis und wir sind zu dritt auf dem Teil zurückgefahren. Rechts neben dir fuhren Busse, links andere Mopeds. Ab und zu wollte noch jemand von der anderen Spur abbiegen oder wenden, nicht so einfach das Ganze. Wie schnell fahren wir eigentlich? Ich schaute über die Schulter des Fahrers, ach so, von der Anzeige für Geschwindigkeit und Motorumdrehungen ging nur die Hintergrundbeleuchtung, die Zeiger standen auf 0. Kenia halt. Zwei Kurven später waren wir auch schon da, ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird. Der Abend verlief sehr spaßig, wir haben das ein oder andere Tanztalent entdeckt und die Süßigkeiten mit Getränken sind gut angekommen.
Ich war mit Frank auf einem Zimmer, er ist echt einer der coolsten Partner die man haben kann. Da er nicht viel Ahnung von dem ganzen Zahnzeugs hat, konnte man mit ihm Gespräche fernab von dem allen führen. Während wir Seminar hatten, saß er an dem anderen Ende des Raumes hinter einer Trennwand und schaute Fußball. Genau wie Tony ist er ein echter Chelsea Fan, umso begeisterter waren die beiden, als wir auf der Rückfahrt einen anderen Bus, welcher mit Chelsea Aufklebern übersäht war, vor uns hatten.
Apropos Rückfahrt. Diese war mal wieder ziemlich lang, Tony, Frank und ich wechselten uns mit der Musik ab. Ich habe festgestellt, dass Sean Paul hier ziemlich beliebt ist. Anfangs war der Bus ziemlich voll, wir haben noch 2 weitere Leute mit nach Nakuru in die Stadt genommen und einen irgendwo unterwegs rausgelassen. Somit mussten sich anfangs halt 4 Leute auf die Rückbank quetschen, dies ist aber ganz normal in Kenia. Wir waren ein offizielles Fahrzeug mit Dentists for Africa Aufklebern, wenn wir angehalten wurden gab es maximal eine Führerscheinkontrolle, meistens wurde sich einfach gegrüßt, gefragt wohin‘s geht und weiter ging die Fahrt. Die anderen Busse (dort bezahlt man einfach den privaten Fahrer für die Fahrt, wenn man einen gefunden hatte, der zum Zielort fuhr) waren meist komplett überfüllt, manchmal standen auch noch Leute in der offenen Schiebetür. Der Polizei war das egal solange man einfach ein paar Scheine beim Vorbeifahren fallen ließ. Sollte man in Deutschland vielleicht auch mal testen. Gerade ist noch Entspannen nach der anstrengenden Fahrt angesagt, wir wurden eben von den Sisters eingeladen, gemeinsam mit ihnen zu Abend zu essen.

Advertisements