Tag 8

Morgens sind wir nach einer Stärkung mit Chapati und Omelette mit dem Dentists for Africa Bus eine Stunde nach Nyangusu gefahren, dort fanden wir einen leeren Platz mit ein paar kleinen Hütten vor. Nach dem Aufbau ist uns aufgefallen, dass wir uns in einer Schule befinden. Die Patienten kamen nach und nach, saßen auf normalen Stühlen und wir mussten uns herunterbeugen. Der Rücken schmerzte bei jeder Behandlung und das Licht der Lupenbrillen war Gold wert. Unsere Kollegen nutzten die Lampe ihrer Smartphones, man muss sich hier nur zu helfen wissen. Während des Vormittages habe ich mehr Zähne gezogen als in meinem Studium und mittlerweile habe ich so langsam den zügigen Umgang mit den Hebeln drauf. Trotzdem mussten wir viele Patienten auf die Klinik verweisen, da wir keine Füllungen oder Parobehandlungen vor Ort machen konnten. Mittags gab es eine kleine Pause mit einem kurzen Mittagessen, welches wir aus der Klinik mitgenommen hatten. Das ganze Team war sehr fleißig und so behandelten wir bis 14 Uhr 106 Patienten. Danach war Abbau angesagt und wir sind wieder zurück nach Kisii gefahren.
Am Nachmittag haben wir eine kleine Stadttour gemacht, sind im Supermarkt vorbei (ja sowas gibt es hier tatsächlich), welcher ähnliche Preise wie in Deutschland hatte. Es gab strikte Sicherheitskontrollen am Eingang und man merkte schon, dass hier nicht jeder einkaufen geht. Wie es so kommen musste, habe ich natürlich meinen Patienten getroffen, welcher nächsten Dienstag einen Termin für seine Endo hat. Auf dem Rückweg hatten wir noch die Autowerkstätten bestaunt, bei denen Reifenwechsel noch wörtlich genommen wird. Die Felge blieb die gleiche, neuer Reifen drauf. Das ganze am Straßenrand, es kam einem vor wie ein bisschen längerer Boxenstopp.
Für den Feierabend wollten wir uns noch ein Bier kaufen, wir sind schließlich in einem kleinen Laden fündig geworden. Die Verkäuferin hat uns durch eine kleine Geheimtür gelotst, dahinter verbarg sich ein Miniraum, in welchen gerade so der Tisch und zwei Bänke hineingepasst haben. Es lief eine Art MTV Sender auf einem kleinen Fernseher und das Dosenbier erhielten wir durch eine vergitterte Ausgabe. 230 KSh könnte auch der Preis in Deutschland sein. Natürlich konnte ich bei dem Anblick der Faxe Dose nicht widerstehen und so wanderte diese mit in unseren Einkaufsrucksack.
Nun packen wir noch schnell unsere Sachen für Morgen Mittag, nach der Behandlung geht es Richtung Nakuru wo wir unser Wochenende verbringen werden. Es gibt dort ein Seminar über orthodontic treatments, um Vorträge sind wir irgendwie herumgekommen. Wir sind schon gespannt was uns dort erwartet, jeder Tag ist ein neues Abenteuer!

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