Tag 7

Endlich mal wieder ein normaler Arbeitstag und die erste Woche ist um! Aufgrund der ganzen Eindrücke fühlt es sich irgendwie wie ein ganzer Monat an. Der Vormittag verging relativ schnell, ich durfte einen Parodontitis Recall machen während Lena und Mareike an einer Endo werkelten. Eine angemischte Paste zum Devitalisieren der Pulpa (ähnlich Toxavit, aber die DIY Version) wird hier noch verwendet. Bei mir funktionierte der Ultraschallscaler nicht, der Recall wurde auf nächste Woche verschoben. Dies war gar nicht so verkehrt, 2 weitere Patienten warteten schon. Retinierter 8er, mein erstes OPG! Ich ging mit Tony und dem Patienten zum Röntgenraum, nun konnte ich zeigen, was wir in Deutschland gelernt hatten. Ok doch nicht so ganz, die stellen das hier etwas anders ein. Ich habe es einfach gemacht und sicherheitshalber auch eine Strahlenschutzweste angezogen. Man weiß ja nie. Auf dem Röntgenbild konnte man gut den verlagerten Zahn erkennen. Auf dem Rückweg habe ich mich noch mit jemanden unterhalten, der gerade aus dem OP Saal kam und mir anbot, die Tage gerne mal vorbei zu schauen. Ich bin sehr gespannt eine Emergency Operation im kenianischen Style zu sehen! Zurück in der Einheit hat Tony sich um den Patienten gekümmert während ich den nächsten Zahn ziehen durfte. Das Ganze hat diesmal keine 10 Minuten gedauert, so langsam weiß ich, wie man das am besten angeht. Mittags gab es zum 3. Mal vegetarisches Essen, Reis mit Chapati (einem Fladenbrot) und Bohnen, natürlich mit Koriander. Nach der kleinen Stärkung ging es wieder zurück an die Arbeit, diesmal durfte ich eine Füllung machen. Geht schnell, wird keine Endo haben sie gesagt. 90 Minuten später hatte ich 2 Kanäle dargestellt, ein dritter war nicht auffindbar. Ein Pulpencavum existierte nicht. Wie so oft ist improvisieren angesagt. Am Ende gab es einen neuen Termin für nächste Woche, ich bin jetzt schon angespannt. Der Feierabend kam schneller als erwartet, nach der Reinigung der Einheiten packten wir noch schnell alle Zangen, Hebel, Spritzen und Lokalanästhetika ein. Morgen geht’s mit der mobilen Einheit nach Nyangusu, der Akku der Lupenbrille hängt schon an der Steckdose.

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