Tag 6

Und erneut klingelt der Wecker um 7 Uhr morgens und wie erschlagen verlassen wir unsere Betten um unsere Mandazis mit obligatorischen Omelettes einzunehmen. Wie immer ein bisschen in Eile laufen wir zu den Behandlungszimmern hoch, um dann festzustellen, dass wir die Ersten und doch noch viel zu früh sind. Bereits letzte Woche wurden wir vor dem Montag (und auch Dienstag) vorgewarnt, diese beiden sind wohl die vollsten Tage an denen man kaum hinterher käme und beide Stühle dauerhaft besetzt wären. Okay, warten wir mal ab. 1, 2, 3 Stunden vergehen und kaum einer kommt vorbei, jedoch erleben wir den ältesten Menschen, den wir bisher in diesem Land gesehen haben (Date of Birth: 1938). Ab dann geht’s aber los, ein Patient gibt dem anderen die Klinke in die Hand und nach einigen zögerlichen Extraktionen zeigt uns Davine einmal wie das richtig gemacht wird, auf die kenianische Weise versteht sich. 1,2 und Hauruck, ist der 37 raus. Der Schock des Tages war dagegen ein 5-jähriges Mädchen, das bereits an jedem ihrer Milchzähne Karies hat (umso mehr hat sie sich nach 4 Füllungen über das Schleichtier-Einhorn gefreut, das sie als Tapferkeitsbelohnung bekommen hat). Uns wird erzählt, dass den Kindern hier von niemandem erklärt wird, dass bzw. wie man sich die Zähne putzt, umso erstaunter bin ich aber doch über manche Gebisse, die für diese Vernachlässigung doch noch blendend aussehen. Da uns noch ein ‚bisschen‘ die Übung fehlt, überziehen wir für die letzten Füllungen und schon ist es halb 6 bis der Tag endlich offiziell beendet ist. Fast vergessen, traditionell wird hier ja noch das Essen des Tages beschrieben: Also mittags gab es unser erstes Mal Ugali (von Simon) mit Fisch, definitiv sehr lecker, und abends passierte das Unmögliche und uns wurden Nudeln serviert dazu ein Gemüseeintopf und Brokkoli. Unser Lieblingsgewürz Koriander kam natürlich mal wieder nicht zu kurz in den Gerichten. Achja und wir haben eine neue Mitbewohnerin bekommen. Sie studiert Zahnmedizin in Spanien und bleibt bis zum Ende des Monats hier, wir sind gespannt auf die nächste Woche mit ihr. Sie ist noch keine fertige Zahnärztin, folglich, um es mit Andreas‘ Worten zu sagen, es bleibt alles so, wie es ist.
In freundlicher Zusammenarbeit mit Ghostwriter Mareike

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