Tag 5

5:45 Uhr. Aufstehen und zur Messe. Wir haben uns um kurz nach 6 an der Einfahrt eingefunden und sind mit dem guten Nissan Bus zur Kirche gefahren. Die Kirche selbst war eine große spartanisch errichtete Halle mit kreuzförmigen Grundriss. Dass hier überhaupt jemand an einem normalen Sonntag um 6:30 in die Messe geht ist ja schon etwas verwunderlich. Die Kirche war voll. Ziemlich voll. Um 6:30 Uhr morgens. Als wir um 8:15 draußen waren, wartete schon eine weitere Menschenmasse auf die folgende Messe und diesmal waren es noch mehr Menschen. Die Messe an sich war sehr schön gestaltet, es gab einen Chor und die Menschen wurden durch Klatschen und Händeschwenken eingebunden. Zwar habe ich nicht allzu viel verstanden, da mein Kiswahili noch nicht perfekt ist aber der Ablauf und die Gebete sind mit zuhause vergleichbar.
Zurück in der Unterkunft gab es Frühstück. Danach ging es ab über die Straßen (die hier schlechter als deutsche Waldwege sind) nach Kisumu zum Lake Victoria. Während einer kleinen Hafenrundfahrt auf einer Nussschale haben wir Flusspferde gesehen, welche gefährlich nah an uns herangekommen sind. Man hatte schon starken Respekt vor denen, erst recht als die Fahrer des Bootes anfingen, lautstark gegen den Rumpf des Bootes zu schlagen. Vom Wasser konnte man die schwarzen Rauchwolken der Müllverbrennung am Ufer beobachten. Die Feinstaubbelastung hier ist einfach enorm. Grüne Plaketten gibt es nicht, man ist immer froh, wenn nicht gerade ein kohlender Laster vor einem fährt. In dem See selbst konnte man für 200 KSh sein Auto waschen. Als dann plötzlich ein Laster mit der Aufschrift „Danger Petroleum“ rückwärts in den See fuhr, dachte ich, gleich ist es vorbei. Die haben dann wirklich angefangen, diesen Laster zu waschen. An manches muss man sich einfach gewöhnen. Wir haben uns nebenan in ein Restaurant gesetzt und uns wurde eine Platte mit 3 rohen Fischen vorgesetzt. Wir durften uns aussuchen welche wir haben wollten und mussten direkt um den Preis verhandeln. Als Weißer bist du hier der Scheich persönlich, da wird der Preis schonmal sehr hoch angesetzt. Vermutlich wurden wir trotzdem noch abgezogen, man muss sich einfach an dieses Leben hier gewöhnen und immer verhandeln. Das Essen war trotzdem super lecker. Es gab den Fisch frittiert als Ganzes zusammen mit Gemüse (so rahmspinatmäßig vom Aussehen, mega geil) und Ugali bzw Pommes. Ugali ist ein Maisbrei der sehr fest und hell ist, praktisch wie Brot. Man isst alles mit den Händen. Den Fisch zu zerteilen war nicht ganz so einfach aber es war ziemlich interessant so zu essen, wie man es früher immer verboten bekommen hat. Vor und nach dem Essen wurden natürlich die Hände gewaschen.

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