Tag 4

Es gab eine leichte Planänderung für unseren freien Tag. Es ging nach Kericho, der Stadt, aus welcher der meiste Tee angebaut wird. Auf der Hinfahrt haben wir durch Frank, unseren Fahrer, mehr über Kenia erfahren. Bei der Beerdigung wird, wenn du arm warst, nur darüber geredet, wieviele Frauen und Kinder du hinterlassen hast (Man kann hier mehrere Frauen haben). Wenn man reich war, geht es darum, wie viele Autos und Häuser man hinterlassen hat. Ziemlich materialistischer Abgang. Wir sind zu verschiedenen Fabriken gefahren. Beim Erkunden des Feldes kamen uns die Arbeiter entgegen und unsere Befürchtungen stellten sich als Wahrheit heraus. Unter ihnen war eine Gruppe von Kindern, welche schätzungsweise 10 Jahre alt waren. In Kenia ist es erlaubt, ab 13 Jahren leichte Arbeit zu verrichten. Oftmals wohnen die Arbeiter in Häusern in der Nähe der Plantagen, welche sie vom Manager gestellt bekommen. Das Ganze ähnelt kleinen Siedlungen. Dort gibt es auch Schulen, weshalb dort oft die gesamte Familie lebt. Wir durften nicht in die Verarbeitungshallen, nach den ganzen Berichten über Kinderarbeit sind die da vorsichtig wer da reindarf. Auf der Rückfahrt haben wir eine Art Drive-in gemacht, einfach an der Straße halten und durchs Fenster Bananen für ein paar Schillinge gekauft. Die Schalen werden einfach während der Fahrt an den Straßenrand geworfen, auf die vielen Fußgänger muss natürlich Rücksicht genommen werden.
Zurück im Krankenhaus hatten wir etwas Zeit für uns und konnten uns etwas auf dem Geländer umschauen. Nachdem ich von einer Gans angefallen wurde, haben wir mit unserem Koch Simon gesprochen. Er ist ein sehr offener und höflicher Mensch und möchte, dass wir uns hier wie zuhause fühlen. Unser Anliegen, dass wir nicht 2 mal täglich Fleisch benötigen, verstand er nicht. „Meat is cow. We eat it once a weak. Chicken is not meat, it’s good for you“. Danach haben wir über verschiedene Gerichte geredet und ihm erzählt, dass wir auch gerne eine traditionelle Mahlzeit probieren würden. Er war ganz außer sich vor Freude gleichzeitig aber auch besorgt, dass wir das nicht mögen könnten. Nach ein bisschen Überzeugungsarbeit war er einverstanden. Daraufhin kamen wir auf gekochte Bananen zu sprechen, diese wollten wir auch unbedingt probieren. Simon war richtig glücklich über unsere Wünsche und meinte, dies hätte er für den Abend sowieso vorgesehen gehabt. Und ich muss sagen, das war bis jetzt eins meiner Lieblingsessen! Es ist zwar merkwürdig, dass so etwas Bananenartiges auf einmal nach Kartoffel schmeckt, aber es ist wirklich empfehlenswert. Dazu gab es Bohneneintopf und wir haben das Ganze noch etwas mit einer Avocado gepimpt, die wir gestern erstanden haben.
Danach haben wir die Sisters im Convent besucht. Dort war ein Priester aus Rom zu Besuch, welcher für 2 Wochen in Kisii ist. Natürlich hat dieser direkt von seinem deutschen Freund erzählt mit dem Mareike telefonieren durfte/musste. Wir durften noch die Gründungsgeschichte des Krankenhauses erfahren, welche ich euch jetzt erspare werde.
Die Menschen sind einfach super nett und man merkt wirklich, dass sie sich über die Spenden und unsere Arbeit hier freuen. Morgen früh um 6 Uhr geht’s in die Messe.

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